Peter Kulka Architektur

1991 – 1997
Sächsischer Landtag
Dresden

Der Sächsische Landtag war der erste Neubau eines Parlamentes in den ehemals zur DDR gehörigen neuen Bundesländern. Zwischen Erlweinspeicher, Semperoper und Hofkirche nimmt der Landtag einen prominenten Platz in der Dresdner Elbsilhouette ein. Die beiden Flügel des transparenten Neubaus ergänzten den 1928 - 1931 als Finanzamt errichteten massiven Altbau zu einem Karree, das Gartenhöfe mit Wasserflächen auf verschiedenen Ebenen umschließt. Auf einer von der Semperoper kommenden Wegachse werden Besucher von dem weit auskragenden Dach des Bürgerportals empfangen. Eine langsam ansteigende Promenade führt durch das Bürgerforum im Elbflügel «fliessend» zur Besuchertribüne des Plenarsaals. Ein quadratisches, auf vier kreuzförmigen Stahlstützen ruhendes Dach beschirmt wie ein Baldachin den zylindrischen Saal. Die gläsernen Wände geben den Blick frei auf die Arbeit des Parlamentes und umgekehrt auf das Land, für das die politischen Entscheidungen getroffen werden. Die dominierenden Farben Weiß/Silber und Grün sind von den Landesfarben abgeleitet. Skulpturales Element im Rücken des Plenarsaals ist eine holzverkleidete, gekurvte Wand, die einen Übergang zu dem angrenzenden Lobbybereich bildet. Der Zugang für die Abgeordneten erfolgt über eine langgezogene Rampe aus dem rechtwinklig dazu angeordneten neuen Packhofflügel, der auch das Büro des Landtagspräsidenten, Repräsentations- und Fraktionsräume aufnimmt. Im sanierten Altbau sind die Büros der Abgeordneten, die Kantine und die Bibliothek untergebracht.

Wettbewerb: 1991, 1. Preis
Planungs- und Bauzeit: 1991 - 1997
BGF: 31.240 m²
BRI: 135.710 m³
Bauherr: Freistaat Sachsen

Entwurf: Prof. Peter Kulka
Mitarbeiter Wettbewerb: Claus Anderhalten, Nelson Cravo-Cacoilo, Silke Vera Mostert, Konstantin Pichler, Klaus Radau, Henryk Urbanietz Mitarbeiter Planung: Kurt Wimmer, Klaus Radau, Nelson Cravo-Cacoilo, Claus Anderhalten, Marcel Beckmann, Hubert Braunisch, Uwe Bernd Friedemann, Jochem Kastner, Ulrich Königs, Susanne Liese, Kathrin Messerschmidt, Silke Vera Mostert, Katja Pfeiffer, Konstantin Pichler

Auszeichnungen: BDA Preis Sachsen 1994, Deutscher Stahlbaupreis 1994, Deutscher Architektur Preis 1995, Nominierung Mies van der Rohe Award 1994

Fotos: Lukas Roth, Henryk Urbanietz