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Galerie für Zeitgenössische Kunst
Leipzig I 1994 - 1998
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Das Grundstück der Galerie für Zeitgenössische Kunst liegt außerhalb des Leipziger Stadtkerns in unmittelbarer Nachbarschaft von Johanna-Park und der Kunst- und Musikhochschule. Von den ehemals vier gründerzeitlichen Bürgervillen ist nur noch die Herfurth’sche Villa erhalten. Im italienischen Stil um 1893 erbaut, wurde das Gebäude mehrfach umgebaut, ergänzt und verändert.
Die neue Nutzung erforderte eine Veränderung der räumlichen und funktionalen Zusammenhänge. Die notwendigen Funktionsbereiche der Galerie mussten in den Bestand integriert werden und der Ausbau den modernen technischen Anforderungen eines Museums entsprechen. Umnutzung und Umbau erfolgten nach einer denkmalpflegerischen Konzeption, die zum Ziel hatte, die historische Substanz im Sinne einer Neuinterpretation des ersten Bauzustandes um 1893 zu erhalten und wiederherzustellen. Veränderungen in der Fassade wurden vereinzelt und nur da vorgenommen, wo die neue Nutzung des Museums dies erforderte. Die baulichen Veränderungen im Inneren bilden in ihrer modernen Architektursprache bewusst einen Kontrast zum Bestand und stärken die Lesbarkeit von Alt und Neu.
Im Eingangsbereich ersetzt eine neue Freitreppe den baufälligen Säulenportikus von 1905 und schafft ein neues Foyer. Somit konnte der ursprünglich innenliegende Aufgang zur erhöhten Erdgeschossebene nach außen verlegt und ein Eingangsfoyer geschaffen werden.
Zentrum des Museums ist das „Laboratorium“. Die ehemalige Treppe in der Gebäudemitte wurde entfernt und so Raum für Ausstellungszwecke gewonnen. Der vormals zweigeschossige Raum wird durch eine halbtransparente Gitterrostebene geteilt und über einen Lichthof belichtet.
Ein südöstlich gelegener neuer Kubus ersetzt den früheren Speiseraum und ermöglicht einen Rundgang um das Zentrum des Hauses. Die historische Fassade wurde durch eine Putzfuge abgesetzt und in den Kubus integriert, dessen Hülle aus Faserzementplatten besteht.
Zwischen Kubus und Laboratorium, als trennendes Element zwischen Alt und Neu, liegt der Lichthof. Ein nicht betretbarer Außenraum im Innenraum. Hier öffnet sich das Museum während des Rundganges für Durchblicke in den zentralen Ausstellungsbereich und ermöglicht der Gebäudemitte den Kontakt zum Tageslicht.
Das Kutscherhaus als Teil des Baudenkmals wurde ebenso vollständig saniert und erweitert. Der Anbau mit zwei Wohnateliers, das Studiohaus, unterstreicht den experimentellen Charakter der Galerie. Sie ist somit nicht nur Ausstellungsort, sondern auch Entstehungsort für künstlerische Aktivität.

Wettbewerb: 1994, 1. Preis
BGF: 2.300 m²
Bauherr: Förderkreis der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig

Entwurf: Peter Kulka
Mitarbeiter Wettbewerb: Frank Böhm, Uwe Bernd Friedemann, Catherine Venart
Mitarbeiter Planung: Klaus Radau, Philipp Stamborski

Auszeichnung: Architekturpreis der Stadt Leipzig 1999

Fotos: PUNCTUM / Hans-Christian Schink, Bertram Kober

 

 

 

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