Das Haus der Stille ist nach einer Klostererweiterung in den 1980er Jahren Peter Kulkas zweites Projekt für die Benediktiner in Meschede. Mit zu der entschiedenen Konzentration der Gestalt beigetragen hat die Bauherrenschafft des damaligen Abtes Stephan. Ein Ort in der Welt aber nicht von dieser Welt sollte das neue Gästehaus der Abtei werden. Ein Haus der Einkehr und spirituellen Suche, offen für alle. "Wie ein Urtier liegt das Haus der Stille auf der Apfelwiese. Monumental aus dem eigenen Sein und doch selbstvergessen in sich versunken", sagt Pater Abraham.

Geteilt in zwei ungleiche Blöcke, wird der dazwischenliegende schluchtartige Einschnitt von vier verglasten Brücken überwunden. Ein symbolischer Übergang in die Welt der Kontemplation. Erst im Inneren erfährt man die Struktur: Wege-Haus und Seins-Haus. Dort kann man dann auch die Bausteine der klassischen Klosterarchitektur entdecken: Weg, Kapelle, Refektorium und Zelle. Die Funktionen eines Klosters werden entlang der internen Wege in einer horizontalen Schichtung miteinander verschränkt. Der Weg unter die Eingangsebene führt an der Kapelle vorbei zum Kreuzgang und dem Refektorium. Der Hanglage folgend, befindet sich in der darunterliegenden Ebene der zwei Geschosse hohe Meditationsraum. Die auf das Wesentliche reduzierten zwanzig Gästezimmer sind in den beiden obersten Geschossen des Hauses untergebracht.

BGF: 1.000 m²
BRI: 3.780 m³
Bauherr: Abtei Königsmünster, Meschede

Entwurf: Peter Kulka
Mitarbeit: Konstantin Pichler

Auszeichnungen: Anerkennung Deutscher Architekturpreis 2003, Architekturpreis Beton 2003, BDA Architekturpreis NRW 2004, Stiftungspreis Bibel + Kultur 2005, Nominierung Mies van der Rohe Award 2003

Fotos: Keith Collie