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Sächsischer Landtag
Dresden I 1991 - 1997 und 2019 - heute
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Der Sächsische Landtag in Dresden war der erste Parlamentsneubau in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung. Zwischen Erlweinspeicher, Semperoper und Hofkirche prägt das Landtagsensemble als Alt und Neu die Elbsilhouette.
 
Die transparenten Neubauten ergänzen das Karree an der Holländischen Straße, Devrientstraße und Kleiner Packhofstraße als offenes Gebilde. Es entsteht ein spannungsvolles Zusammenspiel von massivem Altbau und filigranen Neubauten, ein Wechsel von Geschlossenheit und Offenheit. Eine zur Elbe hin geöffnete, lichtdurchflutete Raumfolge macht die parlamentarischen Funktionen sichtbar. Der runde Plenarsaal bildet den architektonischen Höhepunkt und steht für Transparenz in der Demokratie.
Das Bürgerfoyer, über eine Freitreppe mit der Besuchertribüne des Plenarsaals verbunden, dient als neuer Haupteingang und ist zur historischen Stadtmitte ausgerichtet. 
 
Die Fugen zwischen Alt- und Neubauten werden durch markante Betonscheiben verdeutlicht und zeigen die Zeitschichten. 
Unter Beibehaltung seiner Struktur wurde der Altbau, der neuen Aufgabe und den denkmalpflegerischen Gesichtspunkten angemessen, umgestaltet. Während im Neubau die wichtigen öffentlichen Funktionen angeordnet wurden, sind im Altbau die Fraktionen, die Landtagsverwaltung, die Landtagsbibliothek und eine Kantine untergebracht.
Ein wesentlicher Gedanke des Entwurfes bestand darin, aus der vorhandenen Eingangshalle des Altbaus und dem dahinterliegenden Hof eine spannungsvolle Raumfolge zu entwickeln. Im Anschluss an die dreigeschossige Eingangshalle befand sich ursprünglich ein Innenhof mit Garagen. Durch die Überdachung mit einer Stahl-/Glaskonstruktion, verwandelt sich der Hof in einen dreigeschossigen Innenraum mit Tageslicht. Hier befindet sich heute die Kantine, welche über eine Terrasse direkt mit dem großen Gartenhof verbunden ist. Hinter einer spiegelnden, teilweise farbigen Glaswand, einem Werk des Münchener Künstlers Ulrich Horndash, wurde die zweigeschossige Landtagsbibliothek eingerichtet. Besonderheit des Altbaufoyers ist dessen Travertin-Bodenbelag, welcher aus dem „Barcelona Pavillon“ von Mies Van der Rohe stammt.
Die Fraktionssäle sind ihrer Bedeutung entsprechend im Turmbau über der Eingangshalle angeordnet. Für ihre Erschließung wurde über dem Altbaufoyer eine kleinere Halle als dreigeschossiges Foyer neu eingefügt.
 
Zwischen dem Altbau und den transparenten Gebäudeteilen aus den 90ern ist auf zwei Ebenen ein Gartenhof angelegt. Die obere Ebene als steinerne Flanierfläche um ein rechteckiges Wasserbecken, die untere Ebene als begehbare Pflaster-Rasenfläche mit einer dreiteiligen Skulptur des kanadischen Künstlers David Rabinowitch sowie zehn unregelmäßig angeordneten Robinien. Beide Ebenen sind durch eine großzügige Treppenanlage mit Sitzstufen verbunden.

 

Nach 30 Jahren Betrieb wird der Landtag saniert und erweitert.

Die Technik des gesamten Gebäudes ist veraltet und desolat. Aufgrund der größeren Parteienvielfalt als vor 30 Jahren gibt es einen erhöhten Platzbedarf, der Erweiterungen notwendig macht. Das Ensemble des Landtages wird um einen Kubus im Innenhof sowie um einen Anbau vor dem Erlweinspeicher ergänzt und vollendet - der Landtag als "Stadt in der Stadt"

 

Wettbewerb: 1991, 1. Preis

Vergabeverfahren Sanierung + Erweiterung: 2019

Bauherr: Freistaat Sachsen


1991 - 1997

Entwurf: Peter Kulka
Mitarbeiter Wettbewerb: Claus Anderhalten, Nelson Cravo-Cacoilo, Silke Vera Mostert, Konstantin Pichler, Klaus Radau, Henryk Urbanietz

Mitarbeiter Planung: Kurt Wimmer, Klaus Radau, Nelson Cravo-Cacoilo, Claus Anderhalten, Marcel Beckmann, Hubert Braunisch, Uwe Bernd Friedemann, Jochem Kastner, Ulrich Königs, Susanne Liese, Kathrin Messerschmidt, Silke Vera Mostert, Katja Pfeiffer, Konstantin Pichler, Philipp Stamborski

 

2019 - heute

Entwurf: Peter Kulka

Gesamtkoordination: Katrin Leers-Kulka

Mitarbeiter Planung: Mirjam Geissler, Lothar Heinzelmann, Waldemar Lechner, Martin Leps, Jakob Müller, Caterina Pappalardo, Frank Peters, Christina Schannor, Florentine Schleicher, Martina Troilo, Lukas Urbicht

Auszeichnungen:

BDA Preis Sachsen 1994,

Deutscher Stahlbaupreis 1994,

Deutscher Architektur Preis 1995,

Nominierung Mies van der Rohe Award 1994

Fotos: Lukas Roth, Henryk Urbanietz

Visualisierungen: Peter Kulka Architektur

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